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Der Ton macht die Musik, dieses Sprichwort kennt jedes Kind. Dass dies aber vor allem in unseren Beziehungen Gültigkeit besitzt, wurde kürzlich in einer wissenschaftlichen Studie der University of Southern California bestätigt, die sich über zwei Jahre mit hunderten von Aufzeichnungen aus Eheberatungssitzungen von 100 Paaren beschäftigte.

Der Studie zufolge geben wir nur 7% auf das gesprochene Wort. 38% der Bedeutung, die wir einer Aussage zumessen, machen wir vom Ton und dem Sprachmuster unseres Partners abhängig. Was wir sagen kommt also nicht so sehr bei unserem Partner an wie die Art, wie wir es sagen. Was hängen bleibt, ist ob jemand in seiner Aussage gehässig, sarkastisch, überheblich, neutral oder vielleicht liebevoll, unterstützend, usw. war. Vier Komponenten tragen zur Interpretation einer Aussage bei:

  1. Tonhöhe

Die richtige Höhe zu treffen entscheidet darüber, wie ernst wir genommen werden. So weist eine zu hohe Stimmlage auf Unreife und eine Abwehrhaltung hin. Heben wir die Stimme am Satzende an, hört sich unsere Aussage mehr wie eine Frage an als eine Aussage und hinterlässt beim Partner Zweifel. Es gibt Stimmhöhen, die wir als angenehm empfinden und diese sind eher niedrig. Schrille Stimmen irritieren uns.

2. Lautstärke

Dass Anschreien weder zum guten Ton gehört noch viel bringt, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Schreien wir jemanden an, provozieren wir damit entweder, selbst angeschrien zu werden oder der andere beschließt, gar nicht mehr mit uns zu sprechen. Es ist also kein zielführendes Verhalten. Wollen wir eine Aussage betonen empfiehlt es sich, langsamer zu sprechen. Kleine Pausen geben unserem Partner zudem Zeit, über das Gesagte nachzudenken.

3. Tempo

Hast du dir schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie dein Gesprächstempo in einem Streit ist? Ein schnelles Tempo, zu dem wir meist tendieren, wenn wir aufgeregt sind, ist wenig förderlich dabei, unserer Position Nachdruck zu verleihen. Wenn wir langsamer werden, kann unser Partner unsere Nachricht besser aufnehmen und verarbeiten. Werden wir jedoch zu langsam, kann dies als offensiv wahrgenommen werden. Achte daher auf ein gleichmäßiges, klares Tempo in Gesprächen.

4. Klang

Der Klang unserer Stimme offenbart die emotionale Seite, die wir einer Aussage beigeben. Übe daher, deine Stimme zu beherrschen und achte darauf, wie du dich anhörst wenn du etwa frustriert, gestresst, traurig, glücklich, usw. bist. Mach dir bewusst, dass dein emotionaler Zustand von deiner Stimme gefiltert wird.

Die gute Nachricht ist, all diese Aspekte kannst du wunderbar üben. Gerade heutzutage, wo du dich jederzeit selbst mit deinem Handy aufnehmen kannst. Deinen Ton zu beherrschen wird dir nicht nur in deiner Partnerschaft helfen, sondern in allen deinen Beziehungen mit Menschen, ob in Gesprächen mit deinen Kindern, Vorgesetzten, Kollegen, oder mit wem auch immer du Wichtiges zu besprechen hast und vielleicht nicht ganz einer Meinung bist.