Erinnerst du dich noch daran, wie einfach und natürlich alles war als du frisch verliebt warst? Du und dein Partner habt euch blind verstanden, du warst fest überzeugt davon, dass er dein Seelenverwandter ist und dass das immer so weitergehen würde, bis dass der Tod euch scheidet. Und dann… war die Phase der Verliebtheit vorbei und ihr seid unsanft auf dem Boden der Realität gelandet. Statt rosaroter Brille gab es jetzt nur noch bespuckte Badspiegel und getragene Socken in jeder Zimmerecke. Ernüchtert hast du dich vielleicht gefragt, wie du je so blind vor Liebe gewesen sein konntest und was du an diesem Menschen je gefunden hast. Wie konntest du diesen Mann bloß heiraten? Ihr habt doch offensichtlich gar nichts gemeinsam.

Falls dir das alles bekannt vorkommt, habe ich jetzt gute Nachrichten für dich. Du bist nicht allein mit deinen Gefühlen! Alle hoffnungslos Verliebten wachen einmal auf und blicken ernüchtert der Realität ins Auge. Für manche ist diese härter als für andere, aber das macht nichts. Denn wahre Liebe hat nichts mit diesem emotionalen Ausnahmezustand des Verliebtseins zu tun. Sie verbindet Verstand und Gefühl, erfordert von uns Einsatz und Disziplin. Wir entscheiden uns also bewusst dazu, den anderen zu lieben. Unabhängig von unseren Hormonen, die uns während der Verliebtheit lahmlegen und machtlos machen.

Wenn die Liebe in unserem Leben Einzug hält und unsere Beziehung erwachsen wird, kommt es auf einmal viel stärker darauf an, wie wir miteinander umgehen. Kommunikation ist alles in einer Beziehung. Deshalb ist es sehr wichtig, die richtigen Worte zu wählen.

Lob und Anerkennung

Lobe deinen Partner jedes Mal ehrlich wenn er etwas für dich oder den gemeinsamen Haushalt erledigt. Und wenn seine Leistung in deinen Augen noch so nichtig oder selbstverständlich ist. Es kostet nicht viel “Danke, dass du daran gedacht hast, den Müll herauszubringen.” zu sagen. Natürlich verkneifst du dir sarkastische Kommentare  wie „Wenn du den Müll heute nicht herausgebracht hättest, hätte er das morgen selbst gemacht. Bis dahin wären ihm nämlich Füße gewachsen.“ Es ist ganz simpel: Komplimente motivieren uns mehr als Meckereien. Wenn uns jemand lobt, fühlen wir uns angespornt mehr zu tun, damit sich dies wiederholt. Wir möchten unsere Dankbarkeit für das Lob ausdrücken und tun etwas, das den Partner glücklich macht. Das kommt wiederum dir zugute und so entsteht ein schöner Kreislauf in eurer Beziehung.

Ermutigung

Um deinem Partner ein echter Lebensgefährte zu sein, solltest du ihn auch ermutigen und unterstützen. Oft fehlt es uns an Mut, all unser Potenzial voll zu entfalten. Du kannst deinem Partner hierbei eine große Hilfe sein. Sag ihm, was er gut kann und glaube an ihn. Ermutige ihn, die Richtung, die ihm gefällt auch wirklich einzuschlagen. Wenn du siehst dass dein Partner, der einen langweiligen Job im Büro hat, eigentlich viel lieber einer kreativen Tätigkeit nachgehen möchte und darin auch richtig gut ist, sich aber nicht traut, sein sicheres Einkommen aufzugeben, kannst du ihm den Rücken stärken. Zeig ihm Wege auf, wie er seinen Traum doch nicht ganz an den Nagel hängen muss. Sei sein größter Fan und hilf ihm, seine Träume zu verwirklichen.

Halte dir die Stärken deines Partners vor Augen und sag ihm, wie sehr du diese wertschätzt. Und du wirst sehen, er wird diese noch weiter ausbauen.

Freundlichkeit

Der Ton macht die Musik. Derselbe Satz kann ganz anders klingen wenn wir ihn aggressiv, freundlich, wohlwollend, fragend oder vorwurfsvoll aussprechen. Wenn unser Partner wütend nachhause kommt und seinem Ärger Luft machen will, können wir verständnisvoll reagieren. Nachfragen, ihm signalisieren, dass wir ihn verstehen, seine Sicht nachvollziehen. Ihm das Gefühl geben, dass er so wie er ist, richtig ist. Unser Partner ist nicht perfekt und wir sind es auch nicht. Wir verhalten uns nicht immer musterhaft. Und er ebenfalls nicht. Also sollten wir ihm weder seine alten Vergehen ständig unter die Nase reiben, noch zu streng mit uns selbst sein. Wenn wir einen Fehler machen, entschuldigen wir uns dafür und bemühen uns in Zukunft, es besser zu machen. Genauso nehmen wir die Entschuldigungen unseres Partners an. Vergebung ist Liebe.

Höflichkeit 

Wenn wir möchten, dass unser Partner etwas für uns tut, erreichen wir dies am besten mit Höflichkeit. Statt ihm Befehle zu erteilen und dann womöglich einen Streit vom Zaun zu brechen, begegnen wir ihm wie einem gleichberechtigten Erwachsenen. Bitten wir höflich und mit einem Konjunktiv darum, unsere Wünsche zu erfüllen. „Könntest du am Wochenende bitte das Auto waschen?“ Eine höfliche Frage weckt im anderen viel eher die Lust, uns einen Wunsch zu erfüllen als eine aggressive Forderung. Vielleicht führt diese ebenfalls zum Erfolg, weil unser Partner ein schlechtes Gewissen hat. Aber für unsere Liebe ist sie auf Dauer sicherlich nicht förderlich.

Für viele von uns ist es gewöhnungsbedürftig, auf diese Weise mit unserem Partner umzugehen. Den meisten fällt es viel leichter zu kritisieren und zu meckern. Oft kopieren wir das Verhalten, das wir in der Kindheit von unseren Eltern gelernt haben. Die gute Nachricht ist aber: man kann wertschätzende Kommunikation erlernen. Mag sein, dass sich das erste Lob albern anfühlt, die erste höfliche Frage lächerlich. Gib dir selbst Zeit, das neue Verhalten einzuüben. Mache deinem Partner schriftlich Komplimente, wenn dir die mündlichen noch schwer fallen. Erinnere dich an die Zeiten frischer Verliebtheit. Ist es dir damals schwergefallen, deinem Partner schmachtende Liebeserklärungen zu schreiben? Du kannst auch heute und jederzeit deine Wertschätzung in eine What’sApp oder Mail packen.

Mache es dir außerdem zur Angewohnheit, stets positiv über deinen Partner zu sprechen. Wenn du dich bei Freunden und Familie anerkennend über ihn äußerst, wird ihm dies ebenfalls über kurz oder lang zu Ohren kommen.

Wann hast du deinem Partner das letzte Mal gesagt, dass er toll ist?