Das erste Date: ein toller Typ, witzig und charmant und der Abend verfliegt wie im Flug. Es dauert nicht lange bis ihr in der Kiste landet und einige Wochen schwebst du auf Wolke sieben. Dieser Mann könnte perfekter nicht sein. Er ist um dich bemüht, umgarnt dich, schenkt dir Aufmerksamkeit, erfüllt dir jeden Wunsch. Du siehst dich im Hochzeitskleid und dann im Eigenheim mit vier perfekten Kindern und einem Hund. Doch dann wird dieser Traumprinz immer mehr zum Frosch. Macht sich rar, ist abweisend, weicht dem Gespräch aus.

In dir wächst ein Verdacht. Ist dein Partner bindungsunwillig?

Wenn dein Partner dir sagt, dass er sich nicht binden will, dann tu dir selbst den Gefallen und glaube ihm einfach. Wir Frauen sind Meisterinnen darin, in solch einem Fall einen sportlichen Ehrgeiz der Extraklasse zu entwickeln. Wir wollen diesen Mann erobern, koste es was es wolle.

Viele Männer trauen sich jedoch nicht, ihren Freundinnen klipp und klar zu sagen, dass sie keine wirkliche Zukunft mit ihnen wollen. Meist gehen sie auf Distanz, sind immer schwer beschäftigt, alles andere hat Priorität, wichtige Entscheidungen werden immer wieder aufgeschoben. Wenn du so einen Mann an deiner Seite hast, achte auf die Zeichen und verlier dich nicht in Tagträumen darüber, wie sehr er dir eines Tages deine Geduld hoch anrechnen wird und wie du als strahlende Prinzessin von ihm vor den Traualtar geführt werden wirst.

Wenn deine Beziehung nun schon eine ganze Weile so vor sich hinläuft, aber keine wirklich zukunftsweisende Richtung einschlägt, sind nur zwei Dinge sinnvoll.

  1. Frag deinen Partner, wie er über eine gemeinsame Zukunft denkt und finde heraus, ob er die gleichen Vorstellungen hat wie du selbst. Wenn du gerne heiraten und Kinder haben möchtest, dein Partner dir aber sagt, dass das nicht in Frage kommt für ihn, dann ist das im ersten Moment hart. Aber immerhin weißt du jetzt, woran du bist und kannst handeln. Frag ihn, wie er zu dieser Haltung kommt. Was versteht er unter einer Familie, unter einer Ehe, das ihn diese so rigoros ablehnen lässt? Vielleicht hat er miterlebt, wie seine Eltern sich haben scheiden lassen und dies hat in ihm als Kind so viel Schmerz verursacht, dass er damals beschlossen hat, erst gar nicht eine eigene Familie haben zu wollen. Du kannst nun deine Sicht der Dinge darlegen. Ihm erklären, warum eine Ehe und Familie für dich positiv und erstrebenswert sind und warum du an dieses Konzept glaubst und warum du denkst, dass nicht jede Ehe so unglücklich enden muss. Er kann über deine Meinung nachdenken und du kannst ihm dafür Zeit einräumen. Welcher Zeitraum angemessen für dich ist, entscheidest du selbst. Aber respektiere es, wenn er seine Meinung auch nach dieser Frist nicht ändert und gib nicht deine Wünsche für ihn auf. Trenn dich in Liebe und sei offen für all die bindungswilligen, netten Männer da draußen.
  2. Wenn dein Partner eindeutig keine gemeinsame Zukunft mit dir will, finde heraus, was du tief in dir drin wirklich von dieser Beziehung willst. Was immer wir im Außen erfahren, ist das Ergebnis unserer tief verankerten Glaubenssätze. Treffen wir regelmäßig auf bindungsunwillige Partner, sagt dies in erster Linie etwas über unsere eigene Bindungsunwilligkeit aus. Es wirken hier unsere Erlebnisse aus der Vergangenheit. Wenn wir in der Kindheit erfahren haben, wie schmerzvoll es ist, verlassen zu werden, werden wir uns davor schützen wollen in unserem späteren Leben. Wir werden dies vielleicht dadurch tun, dass wir selbst immer das Ende unserer Beziehung (unbewusst) herbeiführen. Oder wir suchen uns mit hundertprozentiger Treffsicherheit nur die “bindungsunwilligen” Partner aus, die uns immer verlassen obwohl wir selbst ja eigentlich so gerne eine lange Beziehung haben möchten. Hier hilft es, dir klar darüber zu werden, was die Ursache für deine innere Blockade gegen eine glückliche, lange Beziehung ist. Was war der Auslöser und welchen Glaubenssatz hast du entwickelt? Wenn du das herausgefunden hast, lass diesen negativen Glaubenssatz los und ersetze ihn durch einen positiven.

Einige Beispiele für negative Glaubenssätze, die dich daran hindern eine glückliche Beziehung zu leben:

  • Ich bin nicht liebenswert.
  • Immer wenn ich jemanden liebe, verlässt er mich.
  • Es gibt keine glücklichen Beziehungen.
  • Ich habe keine glückliche Beziehung verdient.
  • Meine Beziehung darf nicht glücklicher sein als die meiner Mutter.
  • Nur wer viel leidet hat Liebe verdient.
  • Ich bin nicht gut genug.
  • Ich bin es nicht wert Liebe zu bekommen.

Diese Glaubenssätze kannst du durch positive ersetzen, wie etwa:

  • Ich bin liebenswert.
  • Es gibt glückliche Beziehungen und ich lebe in einer solche.
  • Ich verdiene eine glückliche Beziehung.
  • Ich darf glücklicher sein als meine Mutter.
  • Liebe kommt leicht zu mir.
  • Ich bin gut genug.
  • Ich bin es wert, geliebt zu werden.

Wichtig ist auch, dass du dich nicht auf das konzentrierst, was du nicht willst sondern auf deinen Wunschzustand und dein Ziel. Wenn du ständig denkst “Ich will nicht alleine sein” dann schenkst du dem unerwünschten Zustand deine volle Aufmerksamkeit, nicht dem erwünschten! Richte deshalb deinen Fokus auf das, was du willst, also in diesem Fall auf “Ich lebe in einer glücklichen, erfüllten Partnerschaft”.

Positiv denken ist etwas, das du trainieren kannst. Wenn du in alte Denkmuster zurückfällst, mach dir keinen Vorwurf. Es ist ein gutes Zeichen, dass dir dies überhaupt bewusst wird! Lenke dann einfach deinen Fokus wieder auf dein Ziel und geh weiter. Mit ein bisschen Übung gehen dir die neue Denkweise und der neue Glaubenssatz in Fleisch und Blut über.