Du magst keine Veränderungen? Dann geht es dir so wie den meisten Menschen. Neues scheint uns auf den ersten Blick bedrohlich, nicht geheuer und sowieso fremd und wenig begehrenswert. Daher ziehen es so viele Menschen vor, in der vertrauten beschissenen Beziehung auszuharren, statt neues, unbekanntes Terrain zu betreten. Wenige Mutige trauen sich aber doch, den Schritt aus einer nicht funktionierenden Beziehung heraus zu wagen. Und dann? Früher oder später geben sie einem neuen Partner eine Chance. Nach anfänglicher Verliebtheit, Leidenschaft, hohen Erwartungen und großen Versprechungen – finden sie sich in der gleichen Art von Beziehung wieder, die sie zuletzt hatten und auf keinen Fall jemals wieder haben wollten. Kommt dir das bekannt vor?

Einige Fragen, die du dir selbst stellen solltest

Entpuppen sich deine Partner für gewöhnlich als ganz anders, als du sie anfänglich eingeschätzt hast?

Fühlst du dich vorwiegend von Menschen angezogen, die unerreichbar scheinen?

Sind die Eigenschaften, die du anfänglich bei einem Partner suchst wirklich die, die du langfristig brauchst?

Ist es dir wichtig, was andere von deinem Partner halten? Möchtest du dein Umfeld mit deinem Partner beeindrucken?

Hält sich das, was du suchst die Waage mit dem, was du bieten kannst?

Lässt du dich bei deiner Partnerwahl stärker von romantischen Träumerein als von pragmatischen Erwägungen leiten?

Es liegt in unserer menschlichen Natur zu handeln. Eine Beziehung ist ein Handel: ich gebe dir etwas und du gibst mir etwas. Schätzen wir uns selbst aber nicht realistisch genug ein oder wollen wir mehr, als was wir bieten (können), wird uns das über kurz oder lang zum Problem – der erwählte Partner wird unseren Schwindel aufdecken und das Weite suchen.

Entscheidend ist auch, wo und wann du dich auf Partnersuche begibst. Fischst du in fischreichen Gewässern oder eher im Toten Meer? In manchen Gebieten oder gesellschaftlichen Kreisen gibt es mehr Singles als in anderen. Wenn alle deine Freunde verheiratet sind und Kinder haben, wirst du in deiner gewohnten Umgebung nicht gerade auf üppige Beute stoßen.

Deine Persönlichkeit, dein Profil sind ebenfalls entscheidend bei deinem Erfolg in der Partnersuche. Deine Art kommt bei manchen Menschen besser an als bei anderen. Nehmen wir an, du bist eine unkonventionelle, rebellische junge Frau, die gerne den Status Quo in Frage stellt. Ein angepasster Beamter, der gerne die Regeln befolgt wird vielleicht anfangs von deiner erfrischend anderen Art angetan sein, aber auf Dauer wirst du ihm zu anstrengend werden. Ein exzentrischer Künstler, der nicht viel auf gesellschaftliche Normen gibt, könnte mit dir schon eher sein langfristiges Glück finden.

Typische Fehler bei der Partnerwahl

  1. Du lässt dich von Äußerlichkeiten blenden. Dein eigenes Aussehen ist vielleicht nur guter Durchschnitt, aber für dich kommt prinzipiell nur ein Partner in Frage, nach dem sich alle Frauen umdrehen. Selbst wenn du es schaffst, dass sich mal so ein Mann für dich interessiert, wirst du es langfristig schwer haben, dich gegen die Konkurrenz zu behaupten. Besser ist es, dein Aussehen realistisch einzuschätzen und dich auf Männer zu konzentrieren, die in der gleichen Liga spielen. Übrigens haben Menschen, die nicht mit allzu vielen optischen Vorteilen gesegnet sind meist ihre anderen Qualitäten deutlich besser entwickelt. Sie müssen ja schließlich auf anderen Gebieten überzeugen. Auf lange Sicht wirst du also mit einem optisch nicht ganz so perfekten Mann deutlich mehr Zufriedenheit in anderen Bereichen erfahren. Er wird sich vielleicht als genialer Gesprächspartner entpuppen, oder als fürsorglicher Partner und Vater.
  2. Das Gepäck deines Partners schreckt dich ab. Je älter du wirst, umso schwieriger wird es, Männer zu finden, die keine (finanziellen) Verpflichtungen, Kinder, böse Ex-Frauen oder Ex-Partnerinnen, anstrengende Jobs, Schulden, Krankheiten oder sonstige Belastungen haben, mit denen sie sich herumschlagen müssen. Wenn du jemandem aufgrund solcher Kriterien von vornherein keine Chance gibst, nimmst du dir selbst womöglich die Chance, einen wirklich liebenswerten Partner in dein Leben zu ziehen. Bedenke hierbei auch unbedingt, dass nichts in diesem Leben von ewiger Dauer ist. Kinder werden älter, Ex-Frauen finden neue Partner, Krankheiten können geheilt, Schulden abbezahlt werden usw. Wer weiß, wie es sich für dich auf lange Sicht auszahlen wird, anfangs etwas geduldiger und verständnisvoller zu sein, als du es normalerweise bist.
  3. Du bemisst den Wert deines Partners anhand seines finanziellen Erfolges. Eigentlich sollten die Zeiten ja vorbei sein, in denen Frauen einen Versorger gesucht haben. Viele von uns haben dieses Programm aber immer noch auf ihren Festplatten geschrieben. Meist sind aber Frauen heutzutage mindestens genauso finanziell erfolgreich und etabliert in ihren beruflichen Positionen wie Männer. Ausschließlich darauf zu achten, was der Mann finanziell so leisten und bieten kann, schränkt zum einen die Partnerwahl sehr ein. Zum anderen kann dir dies einen Partner bescheren, der dir materiell zwar viel bieten kann, aber nie emotional oder physisch für dich da ist, weil er nunmal einen extrem stressigen Job hat. Oder es ist allgemein seine Priorität im Leben, an seinem Status zu arbeiten und du bist nur die Trophäe an seiner Seite. Vielleicht fährst du dauerhaft mit einem Partner besser, mit dem du dir gemeinsam etwas aufbaust. Jeder von euch kann seinen Teil beitragen, auch finanziell.
  4. Du unterschätzt die negativen Seiten deines Partners oder hoffst sogar, dass er sich eines Tages ändern würde. Die rosarote Brille lässt uns vieles übersehen. Manche Eigenschaften empfinden wir auch nicht von vornherein als störend, sie werden uns aber auf Dauer unerträglich. So wie du dich anfangs vornehmlich von deiner Schokoladenseite zeigst, tut es auch dein Partner. Deshalb wird ihm dies genau wie dir auf Dauer zu anstrengend werden und sein wahres Ich tritt hervor. Natürlich können sich Menschen ändern, sie werden es aber nur tun, wenn sie selbst es wirklich wollen und einen Sinn darin sehen, nicht wenn sie jemand dazu zwingen will. Geh daher lieber davon aus, dass ein Alkoholiker höchstwahrscheinlich ein Alkoholiker bleiben wird und ein notorischer Fremdgänger auch dich eines Tages betrügen wird, egal wie heiß er dich im Moment finden mag.
  5. Du hast unrealistische Vorstellungen von der wahren Liebe. Du hast ganz klare Vorstellungen davon, wie sich die Liebe deines Partners anfühlen sollte – und diese Vorstellungen wurden bisher jedesmal enttäuscht. Das Leben kommt unseren Idealvorstellungen meistens in die Quere und dann gilt es, flexibel zu reagieren. So ist der perfekte Partner nicht einer, der irgendwelche starren Regeln erfüllt, sondern einer, der in guten wie in schlechten Zeiten bei dir bleibt. Der vergibt, nach Lösungen statt nach Problemen sucht, dich, sich selbst und eure Beziehung wertschätzt und auf den du zählen und mit ihm gemeinsam etwas aufbauen kannst.

Wie du den perfekten Partner findest

Am einfachsten findest du den perfekten Partner, wenn du selbst zum perfekten Partner wirst. Frag dich stets: “Würde ich gerne mit mir selbst zusammen sein?” Diese Kontrollfrage kannst du dir selbst in den typischen Alltagssituationen deiner Beziehung stellen. So findest du am leichtesten heraus, was du schon ziemlich gut machst und wo du noch Verbesserungsbedarf hast. Falls du momentan in keiner Beziehung bist, kannst du deine alten Beziehungen auf diese Frage hin überprüfen und dir so eine Liste mit Punkten erstellen, die du an dir selbst verändern kannst. Bedenke jedoch, dass weder du selbst perfekt bist noch Perfektion von einem anderen Menschen erwarten kannst. Gemeinsames Wachstum ist das Ziel.