Diesen Artikel als Video sehen:

https://www.youtube.com/watch?v=XWfRfOGxyWo&t=12s

Das Frauenbild, das wir heute haben, ist ganz anders als das Frauenbild das noch unsere Großmütter hatten, aber auch anders als das Frauenbild unserer Mütter. Zur Zeit unserer Großmütter waren Frauen noch sehr weiblich und das konnten sie auch mit Leichtigkeit sein. Meist waren sie Hausfrauen, die Rollenverteilung war klar. Die Frau kümmerte sich um den Haushalt und den Nachwuchs und der Mann kümmerte sich um das Geldverdienen und die Angelegenheiten außerhalb des Haushalts. Das Ideal einer Frau in den 1950er Jahren war, anmutig zu sein, attraktiv und angenehm, hübsch auszusehen, ihren Aufgaben nachkommen und keine Probleme zu machen. Dagegen lehnten sich jedoch schon bald die jungen Frauen der 1960er und 1970er Jahre auf. Sie wollten emanzipiert sein, ebenfalls arbeiten, unabhängig und individuell sein und ihre eigenen Entscheidungen treffen. Es wurde zunehmend normal, dass Frauen arbeiten und schließlich auch, dass sie Karrieren verfolgten. In den 1980ern war das noch eine Entweder-Oder-Frage. Entschied sich frau für eine Karriere, musste sie meist auf eine Familie verzichten und wollte sie Kinder haben, war es meist mit der Karriere vorbei.

Heutzutage ist alles anders geworden. Nie zuvor hatten Frauen so viele Möglichkeiten, sich beruflich oder privat zu entwickeln. Die meisten Frauen wollen heute beides, beruflichen Erfolg UND eine Familie und das lässt sich auch viel leichter erreichen als jemals zuvor. Es gibt so viele beruflich erfolgreiche Frauen wie nie zuvor, die ihren Job lieben und stolz auf ihre Errungenschaften sind. Von unseren Müttern, die es noch nicht so leicht hatten wie wir heutzutage, haben wir meist mitbekommen, dass wir “unseren Mann stehen” müssten, “hart” sein müssten, um etwas zu erreichen. Das mag in manchen Jobs der richtige Weg sein, privat ist er es aber in der Regel nicht. Genau hier liegt das Problem, das beruflich erfolgreiche Frauen in unserer Zeit haben. Sie merken, dass diese toughe Art, die im Job vielleicht erfolgsversprechend sein mag, bei den Männern gar nicht gut ankommt. Warum? Weil Männer anders sind. Sie kämpfen nicht so verbissen wie Frauen, das müssen sie auch nicht. Meist haben sie es leichter, Anerkennung zu bekommen und müssen sich weniger beweisen als Frauen. Für sie ist es ein Spiel, die Erfolgsleiter hinaufzuklettern und sich mit anderen zu messen. Für Frauen ist es bitterer Ernst, meist sehen sie die Dinge nicht so entspannt.

Was passiert nun, wenn eine beruflich erfolgreiche Frau auf den Mann ihrer Träume trifft? Sie ist es ja gewohnt, den Ton anzugeben, zu sagen wo es lang geht, keine Schwächen zu zeigen. Wirkt das sexy und anziehend auf Männer? Leider nicht. Männer wetteifern zwar gerne in ihrem beruflichen Alltag, aber privat möchten sie sich nicht immer wieder beweisen müssen. Das heißt nun nicht, dass Männer nicht damit klar kämen, wenn Frauen erfolgreicher sind als sie oder mehr verdienen. Was sie jedoch nicht mögen, sind Frauen, die ihre berufliche Rolle zuhause nicht ablegen können und sich und ihrem Partner stets beweisen müssen, dass sie der Chef sind und die Situation kontrollieren.

Statt also knallhart aufzutreten, müssen wir lernen, in unsere Weiblichkeit zurückzufinden. So zu sein wie die Frauen der Antike, bevor die katholische Kirche alles Weibliche dämonisiert hat und Verführung plötzlich Männersache wurde. Es sind die Frauen, die die Sexualität kontrollieren. Stell dir einen Mann vor, der ausgeht und beschließt, heute Sex haben zu wollen. Wird er erfolgreich sein? Vielleicht. Vielleicht hat er Glück und trifft auf eine Frau, die das Gleiche will. Oder er legt sich ordentlich ins Zeug, ist charmant und spendabel, unterhält eine Frau den ganzen Abend mit seiner charmanten Art und einigen Cocktails an der Bar. Dann mag sie sich auf ihn einlassen. Oder nicht.

Stell dir nun eine Frau vor, die beschließt, auszugehen und Sex zu haben. Wird sie Erfolg haben? Höchstwahrscheinlich schon. Dafür wird sie sich meist nicht groß anstrengen müssen. Sie hätte freie Auswahl. Die meisten Männer würden ihr Angebot nicht ausschlagen.

Ganz Frau sein, ganz weiblich sein, fängt damit an, auszusehen wie eine Frau. Statt eines praktischen Kurzhaarschnitts lange Haare zu tragen, sich zu schminken, Kleider und Röcke statt Hosen, High Heels statt Sneakers zu wählen. Das müssen wir nicht tun, um unserem Partner zu gefallen, sondern auch ganz bewusst für uns selbst. Um uns besser, weiblicher zu fühlen.

Wenn wir verwöhnt werden wollen, müssen wir uns zuerst selbst verwöhnen. Mit einem schönen Bad statt einer schnellen Dusche, mit Zeit nur für uns selbst, mit Friseur und Kosmetikbehandlungen, Wellnesstagen, Yoga… was auch immer uns gut tut. Wenn wir ausgelaugt und erschöpft sind, funktionieren wir weder als Frauen und Mütter, noch fühlen wir uns gut dabei. Wir müssen also gut zu uns selbst sein. Ohne Entschuldigungen und schlechtes Gewissen.

Du denkst, eine weiche, weibliche Frau kann ihre Ziele nicht erreichen? Dann denk doch mal daran, wie Wasser Landschaften formt. Beständig, geschmeidig, über die Zeit. Wenn du also etwas möchtest, sei nicht laut und fordernd, sondern versuche es auf eine freundliche Weise zu erreichen.

Statt zu meckern und zu kritisieren, versuche deine Aufmerksamkeit auf die positiven Seiten deines Partners zu richten. Lobe ihn, drücke deine Dankbarkeit und Wertschätzung für alles aus, was er für dich tut. Zeig ihm, wie gerne du mit ihm zusammen bist. Erzeuge eine Grundstimmung der Liebe und Zuneigung und richte deine ganze Energie auf dieses Ziel aus. Bedenke stets: das, worauf wir uns konzentrieren, wird mehr. In einer liebevollen Umgebung ist es viel einfacher, seine Wünsche zu äußern und diese auch erfüllt zu bekommen.

Hab keine Angst davor, schwach oder bedürftig zu erscheinen, wenn du weiblich bist. In deiner Weiblichkeit liegt deine Stärke. In deiner liebevollen, großzügigen, verzeihenden, umsorgenden Art liegt deine wahre Größe. Trau dich, diese zu leben, jeden Tag ein bisschen mehr.