Diese Frage stellen sich Frauen weit öfter als Männer, denn Männer neigen eher zur Stille als Frauen. Meist sind Männer aber nicht von Anfang an so still, sondern sie werden es erst im Laufe einer Beziehung. Wenn du auch einen wortkargen Partner hast, möchte ich dich vorab bitten, dir zu den folgenden fünf Punkten Gedanken zu machen.

  1. Wovon handeln eure Gespräche überwiegend? Sind das Themen die vor allem dich interessieren, oder ist auch was für ihn dabei? Es gibt Dinge, die wir besser mit unserer Freundin besprechen sollten. Ein Ansatz um das Interesse deines Partners zu gewinnen wäre also ein Thema, das euch beide betrifft oder echtes Interesse an etwas das ihn beschäftigt. Wenn du ihm wirklich ein offenes Ohr für seine Probleme bietest und eine gute Zuhörerin bist, wird er im Gegenzug auch eher bereit sein, dir genau zuzuhören.
  2. Wie verläuft eine Konversation zwischen euch normalerweise? Ruhig, freundlich und wertschätzend oder können schon unbedeutende Kleinigkeiten zu einer Eskalation führen? Wenn ein Mann festgestellt hat, dass seine Partnerin es nicht mag, wenn er anderer Meinung ist als sie und dies dann zu schlechter Stimmung oder Streit führt, wird er oft den Weg des geringsten Widerstands wählen. “Ja, Schatz, du hast recht (und ich meine Ruhe).” Hier kann es hilfreich sein, deinem Partner zu sagen, dass du wirklich an seiner Meinung interessiert bist. Auch wenn diese ganz anders ist als deine. Sag ihm, dass du daran arbeiten willst, toleranter und respektvoller zu werden. Biete ihm ein sicheres Umfeld, in welchem er seine Gedanken ehrlich äußern kann.
  3. Schweifst du gerne mal ab, wenn du etwas erzählst? Kommst du von einem Punkt zum nächsten, erzählst du jedes nichtige Detail, kannst du stundenlange Monologe halten? Manche Menschen hören sich selbst gerne reden. Andere haben so viele Dinge in ihrem Kopf herumschwirren, die sie nicht sortiert bekommen, dass ihre Art zu reden dieses Chaos reflektiert. Ein guter Konversationspartner konzentriert sich auf einen Punkt. Dann lässt er seinen Gesprächspartner zum Zuge kommen.
  4. Lässt du deinen Partner zu Ende reden, oder fällst du ihm gerne ins Wort? Denkst du, du weißt sowieso bereits was er sagen will? Hast du wirklich Interesse an dem, was er sagt? Je länger wir mit jemandem zusammen sind, desto mehr glauben wir, alles über ihn zu wissen und schon vorwegnehmen zu können, was jetzt kommt. Das führt nicht nur dazu, dass wir ihn unterbrechen. Wir hören meistens auch gar nicht mehr richtig zu, wenn wir nicht unterbrechen. Mag sein, dass wir den Großteil voraussagen können, aber unser Partner hat auch neue Ideen und Ansätze. Diese entgehen uns dann leider, wenn wir nicht mehr hinhören. Hinzu kommt, dass es einfach unhöflich ist, jemanden zu unterbrechen.
  5. Wie sind deine Qualitäten als Zuhörerin? Hörst du wirklich zu, wenn dein Partner etwas erzählt? Fragst du nach? Oder bist du in Gedanken ganz woanders und schweifst auch mit deinem Blick ab? Gutes Zuhören kann man erlernen. Frage nach, benutze W-Fragen (wie, wer, wann, warum, weshalb, wo). Frage nach den Gedanken und Gefühlen deines Partners. Gib positives Feedback, wie ein aufmunterndes Nicken oder Lächeln, “hmm, ja”. Fasse zusammen, was dein Partner bisher gesagt hat und frag nach, ob du es richtig verstanden hast. Halte dich aber mit Wertungen zurück und sag deine Meinung zu einem Thema nur, wenn er dich ausdrücklich danach fragt. Wenn du dich im guten Zuhören übst, achte darauf, dass der Gesprächsanteil deines Partners bei etwa 70% und deiner bei etwa 30% liegt. Wohlgemerkt, dies gilt nur in diesem spezifischen Fall, du sollst nicht generell nur 30% eurer Konversation bestreiten. Auf eure gesamte Beziehung umgelegt, sollte Ausgewogenheit im Sprechanteil jedes Partners herrschen.